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Was kostet der Fliesenleger?

Fliesen gehören in vielen Wohnbereichen und selbst im Außenbereich zu den beliebtesten Wand- und Bodenbelägen. Vor allem in der Küche und im Bad sind sie ein wichtiger Bestandteil der Inneneinrichtung, da sie die Feuchtigkeit in diesen Räumen besonders gut vom Mauerwerk fern halten. Der Nachteil ist jedoch, wenn neue Fliesen verlegt werden müssen. Dies ist keine so leichte Aufgabe wie das Streichen von Wänden und selbst das Verputzen oder Tapezieren ist beträchtlich einfacher. Aus diesem Grund wird in der Regel ein Fliesenleger mit dieser Aufgabe betraut. Doch wie hoch sind die Kosten und wie setzen sie sich zusammen?

Der richtige Fliesentyp: Steingut, Steinzeug, Naturstein

Einer der drei wichtigsten Kostenfaktoren sind die Fliesen selbst. Hier gibt es teilweise enorme Unterschiede. Zunächst ist es wichtig die verschiedenen Typen zu kennen. Steingut, Steinzeug – klingt ähnlich, ist es aber nicht! Die Bestandteile sind identisch, wenn auch die Anteile sich zwischen beiden Typen unterscheiden. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Temperatur, bei der die Fliesen gebrannt werden. Diese liegt bei Steingut unter 1200 °C, bei Steinzeug darüber. Diese Temperatur ist notwendig, damit der enthaltene Feldspat schmilzt und die Poren füllt. Das Ergebnis ist, dass Steinzeugfliesen wesentlich dichter, härter und belastbarer sind. Dadurch eignen sie sich auch für den Außenbereich und als Bodenfliesen. So liegen die Kosten bei etwa 15 bis 50 EUR pro Quadratmeter für beide Fliesentypen, wobei es Überschneidungen zwischen den günstigeren Steingutfliesen und den teureren Steinzeugfliesen gibt. Die preislichen Unterschiede werden durch die Abriebklasse, das Format und die Trittsicherheit bedingt. Während die genannte Preisspanne sich aud Standard Fliesen bezieht, können noch höhere Qualitäten, bestimmte Hersteller oder ganz besonders gestaltete Fliesen beliebig viel teurer sein. In jedem Fall sind jedoch Natursteinfliesen teurer als gebrannte Fliesen. Hierbei handelt es sich um einen naturbelassenen Rohstoff, der lediglich zugeschnitten und geschliffen wird und ansonsten in seiner ursprünglichen Form verbleibt.


Der Fliesenleger: Kostenpauschalen und Sonderwünsche

Die übrigen Kosten für das Verlegen der Fliesen betreffen die Arbeit des Fliesenlegers. Dabei ist dieser Kostenfaktor auf zwei verschiedene Teile aufgeteilt: Festpreise und Sonderwünsche.

Die Kostenpauschalen betreffen zunächst die Anfahrtskosten. Die Höhe davon variiert selbstverständlich je nach Strecke. Dann kommt erst die eigentliche Arbeit. Jeder erfahrene Fliesenleger weiß wie schnell er arbeitet und welchen Verbrauch an Verschleißmaterialien wie etwa Fliesenkleber und Fugenmörtel er pro Quadratmeter hat. So weiß er wie schnell er fertig ist und welche Unkosten er in Rechnung stellen muss. Daraus ergeben sich Kosten von rund 30 bis 70 EUR pro Quadratmeter, welche zu den Kosten für die Fliesen hinzu kommen.

Wesentlich komplizierter wird es, wenn der Fliesenleger nicht nur einfach Fliesen der Reihe nach verlegen soll, sondern wenn bestimmte Muster erwünscht, komplizierte Zuschnitte erforderlich, der Untergrund besonders vorbereitet muss oder die Fliesen mit Silikonfugen oder Profilleisten abgeschlossen werden sollen. Diese Arbeiten lassen sich unmöglich im Voraus planen, sodass die Arbeit nicht pro Quadratmeter berechnet wird. Hier berechnen Fliesenleger ihre Arbeit pro Stunde. Dabei variieren die Preise ebenfalls von Anbieter zu Anbieter und liegen im Bereich von etwa 50 bis 75 EUR pro Stunde.

Fliesenleger Kosten

KostenfaktorKosten pro m²
Standard Arbeitskosten30 – 70 Euro
Sonderwünsche Arbeitskosten50 – 75 Euro
Materialkosten15 – 50 Euro

Somit kostet der Quadratmeter für Material inkl. Fliesenleger zwischen 45 – 125 EUR – je nach Wunsch und Qualität.

Fliesen selber verlegen – (k)eine Alternative?

Die Preise für Fliesenleger können bei großen Flächen oder komplizierten Arbeiten sehr schnell sehr hoch ausfallen und liegen bereits ohne Sonderwünsche bei 45 bis 150 EUR pro Quadratmeter. Manch einer könnte versucht sein diese Arbeit selbst zu erledigen. Doch dies ist keine gute Idee. Zunächst kosten die Werkzeuge rund 300-350 EUR und die Verschleißmaterialien bei zusätzlichen knapp 25 EUR pro Quadratmeter. Die langjährige Erfahrung, die dabei fehlt, ist jedoch unbezahlbar. Schief verlegte Fliesen und solche die auf unebenem Boden brechen oder von den Wänden fallen sind ein Ärgernis, welches am Ende letztlich der Fachmann korrigieren müssen wird.

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